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Der Offene Brief

ich schreibe Ihnen als privilegierte Frankfurter Bürgerin, die das Glück hat, am selben Ort zu wohnen und zu arbeiten. Es ist nicht der kürzeste Weg ins Büro, aber in Kombination mit Fahrrad, U- und S-Bahn und ein paar Schritten zu Fuß ist das gut zu schaffen. Körperlich fit bleibt man noch dazu. Das Auto habe ich im Übrigen abgeschafft.

Ich gehöre damit zu denen, die sich über jeden neuen Radstreifen in der Stadt freuen - und darüber, wenn einem unterwegs weniger Abgase ins Gesicht geblasen werden.


Ich kenne aber auch die vielen anderen:

Pendler aus dem Umland, die an der Unzuverlässigkeit von Bus und Bahn verzweifeln und aufs Auto umsteigen. Oder Einzelhändler, die sich abgehängt fühlen, weil mit den Radstreifen und weniger Parkplätzen die Autokunden, wie viele klagen, wegbleiben.

Es nur auf den Verkehr zu schieben, greift angesichts von Kaufzurückhaltung und Konkurrenz im Internet sicherlich zu kurz.


Doch wer mit Betroffenen spricht, hört stets dieselbe Klage: Für uns interessiert sich keiner. Wir werden nicht gehört. Der Verdruss ist groß. Darum hilft, so sehr Frankfurt angesichts des Wachstums und des Klimawandels andere Verkehrskonzepte braucht, die Politik mit der Brechstange nicht. Sie als Verkehrsdezernent in Frankfurt müssen Ihr Mobilitätskonzept besser erklären, die Unternehmen mitnehmen, sich auch mal auf einen Kompromissvorschlag einlassen. Davon ginge die Verkehrswende nicht unter.



 
 
 

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